HRK bei einer Lesung 2004 in einer Kirche (Foto von Gerald Erdmann)

2004

 

Diesen Text trug Heinz Rudolf Kunze beim ARD Pfingstgottesdienst 2004 aus der Marktkirche Hannover vor.

Live von Ganz Oben – Die Pfingstgeschichte

Es waren alle zusammengekommen am Pfingsttag. Alle, die es anging. Sturm kam auf, aus heiterem Himmel. Die Luft brüllte. Das Haus, ihr Treffpunkt, erbebte. Sie fühlten sich, als schlugen ihre Köpfe an die Wände einer riesigen Glocke. Zungen aus Feuer senkten sich herab, für jeden eine. Da ging etwas mit ihnen vor: Eine unbekannte Kraft lies sie plötzlich in Sprachen reden, von denen sie noch nie zuvor gehört hatten, Der Lärm war in ganz Jerusalem zu hören.

Die Stadt war voller Fremder, die verblüfft ihre heimatlichen Worte vernahmen. Sie strömten zu dem Haus und fragten sich: Wie kann das sein? Das sind doch Galiläer! Wieso fühle ich mich angesprochen? Und ich? Und ich? Was sagt mir dieser Gott, von dem sie reden? Manche wurden ganz still. Andere gerieten in Panik. Einige versuchten, ihren Schrecken hinter Spott zu verbergen: Die müssen besoffen sein. Nein, sagte Petrus. Wir sind stocknüchtern. Nichts gegen Räusche, wenn's paßt. Aber nicht so früh am Morgen. Nicht weniger und nicht mehr passiert hier, als daß sich eine Prophezeiung erfüllt: Dies sind die letzten Tage der alten Zeit. Wir alle hier sind Empfänger. Gott, der Sender, hat eine Mitteilung zu machen. Sie ist verschlüsselt. Nennt es Träume, nennt es Visionen, ganz wie ihr wollt. Doch die Botschaft ist klar. Es werden Zeichen und Wunder geschehen, Es wird euch Hören und Sehen vergehen, bevor ihr versteht, Die Welt, wie ihr sie kennt, geht unter, aus und vorbei. Alles wird neu. Wer aber weiß, daß es Einen gibt, an den man sich halten kann, wird nichts zu befürchten haben. Das ist ein gewisser Jesus, ihr wißt es. Der hat die Vollmacht. Das habt ihr sehr wohl begriffen. Trotzdem habt ihr ihn umgebracht. All das war vorauszusehen. All das geschah nach höchster Absicht. Gott hat ihn den Tod besiegen lassen. Der Tod reicht nicht an ihn heran. Und das, Freunde, betrifft auch euch, jeden von euch. Manchmal ist es kaum zu glauben, aber ihr habt Grund zur Freude. Sterben, Verwesung, Nichts sind leere Worte, wenn ihr in der berechtigten Hoffnung lebt, daß ihr in Verbindung bleibt - mit Ganz Oben.

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