Cover des Albums "Räuberzivil"

2009

Text Heinz Rudolf Kunze
Verlag Weltverbesserer Musikverlag

Beim Anprobieren

Blut und Matsch
Blut und Matsch
Arm Baumeln
Bein Zucken
schleimersticktes Röcheln
schöne rote Spur der Rasierklinge
im weichen weißen Wadenfleisch
Reißzwecken in den Brustwarzen
brennende Streichhölzer
in den Augäpfeln
Angelhaken in der Zunge
das knorplige Knirschen
der zerschmetterten Kniescheiben
das rosige Suppen
der freigerissenen Fußnagelbetten
das Winseln um Gnade
kaum vernehmbar durch den Knebel
der süßlich beißende Geruch
verbrannter geschwärzter Fußsohlen
die vom Schlagbohrer
elefantös vergrößerten Ohrlöcher
Blut und Matsch
nichts als Blut und Matsch
und dieses lustige Muster
das der Küchenmixer
eingestellt auf Höchstgeschwindigkeit
im Bauchnabel hinterläßt
- - - wie bitte, Schatz?
Doch natürlich höre ich dir zu
Stehen dir ausgezeichnet, die Pömps.
Würd ich kaufen, ehrlich.
Was?
Noch ein Schuhgeschäft?
Das zehnte?
Blut und Matsch
Blut und Matsch
nichts Schatz
ich hab nichts gesagt

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