Heinz Rudolf Kunze 2007 (Foto: Annette Krüger)

Klare Verhältnisse in Tour 2007

 

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Klare Verhältnisse in Worpswede

Es ist wieder soweit. Auch im Jahre 2007 sorgt Heinz Rudolf Kunze mit Band für ein Sprach- und Rockgewitter in Deutschen Hallen. Nach vielen musikalischen Lesungen zieht es ihn wieder mit Kapelle auf die Bühne. Und wie vor zwei Jahren wird die Tour in Worpswede, dem Künstlerdorf bei Bremen, eingeprobt. Anschließend findet da auch in der Music Hall, die mit 600 Menschen ausverkauft und proppenvoll ist, das Eröffnungskonzert statt.

Die Bandbesetzung ist geblieben, nur Manager Wolfgang Stute gönnt sich eine Livepause nach vielen Duoauftritten mit Heinz. Dieser 26. April 2007 ist ein heißer Tag. Den heißesten 26. April seit Jahrzehnten melden die Agenturen. Doch HRK und Verstärkung schonen sich und ihre Fans nicht. Es geht wie immer pünktlich los. Um 21 Uhr erklingt die Intromusik von den Sparks, die Band betritt die Bühne, und die ersten Gitarrenklänge sorgen für die erste von vielen Überraschungen an diesem Abend. Schutt und Asche von dem Einer für Alle–Album ist ein überaus geeigneter Opener für ein ausgesprochen rockiges Programm für alte, echte und hinzugewonnene Fans. Dem schließt sich mit Ein Traum der erste Song der aktuellen Scheibe an. Das ist unmissverständlich und sorgt von vornherein für „Klare Verhältnisse“.

Heinz Rudolf Kunze und Heiner Lürig in Aktion (Foto: Annette Krüger)Ein Lied vom Zirkus des Lebens folgt – Akrobat ist auch eine alte Nummer, mit der man vor allem so früh in einem aktuellen Kunzeprogramm nicht rechnen konnte. Natürlich darf die Grand Prix–Vorlage, dieses Angebot an den deutschen Musikgeschmack Die Welt ist Pop nicht fehlen. Dabei steigen die Temperaturen weiter. Aber Heinz versichert von der Bühne, dass HRK und Verstärkung für die Klimakatastrophe nicht verantwortlich sind. Heinz trägt den ersten Sprechtext am Klavier sitzend vor. Es geht um das Kindsein und dem schließt sich folgerichtig eine mögliche Wegbeschreibung und Wunschphantasie mit Gute Reise an. Treibend ist Sowas ähnliches wie Liebe und es darf wieder getanzt werden. Die zeitlose Nummer Die kommen immer wieder aus dem Jahre 1982 wird rockiger denn je gespielt – eine Gelegenheit, bei der die Gitarristen Jörg Sander und Heiner Lürig glänzen können.

Heinz Rudolf Kunze (Foto: Annette Krüger)Heiners Riffs an der Gitarre begleiten dann auch den nächsten Sprechtext. „Generation Tomatensaft“. Und Kunze erinnert wie so oft, nur diesmal besonders konsequent, an die guten alten Alben, die vielen Fans so wichtig waren. Nicht mal das von Korrekt erlebt eine Livepremiere. Anschließend bekommt Bassist Leo Schmidthals die Möglichkeit mit dem Cello eine besonders intensive Kunzeballade zu erden: Abschied muss man üben. Aber es geht weiter mit diesem außergewöhnlichen Programm.

Herr Kunze spricht über Soaps und karikiert deren historische Verwicklungen und die Verästelungen ihrer Rollen. Hier setzt sich die Rockmusikstimmung ein wenig und mit Rückenwind singt Heinz eine weitere wunderbare Ballade, begleitet sich selbst am Klavier und wird gefühlvoll und dynamisch von seinen Bandkollegen unterstützt, nicht zuletzt von dem versierten Schlagzeuger Jens Carstens und dem Maschinisten an den Tasten Matthias Ulmer.

Was wirklich zählt vom Brille-Album ist eine weitere Nummer, die vielen Fans früherer Stunden ans Herz gewachsen ist und die daher auch an diesem Abend begeistert vom Publikum angenommen wird. Und beim König mit leeren Händen kniet Heinz vor seinen Fans nieder, welche ihn und seine Verstärkung längst ausgelassen feiern – zum einen glücklich, zum anderen fast ungläubig aus dem Häuschen, über diese Juwelen, die geboten werden. Mit Guten Tag Traurigkeit schmiegt sich dann auch ein neuer Song passend ins Geschehen.

Solo wird dann Herr Kunze zum Liedermacher mit akustischer Gitarre und erklärt Woran man mit mir war. Dezent unterstreicht dieses Solospiel der Jörg Sander mit einem kurzen Auftritt mit der Mandoline. Für Heinz ist es dann Zeit ausgesprochen herzlich Danke zu sagen. Eine lange Geschichte zwischen Fans und Künstler fasst HRK mit Ohne Euch in Worte. Mit dem Sprechtext „Ich hab Löwen im Haus“ eröffnet er Die offene See mit kompletter, sehr präsenter Band. Und schnell und temperamentvoll geht es weiter mit Eigentlich Nein.

Heinz Rudolf Kunze sagt Danke (Foto: Annette Krüger)„Noch einmal Dank!“, sagt Heinz und beendet mit Dank den Hauptteil eines Konzertes, welches seine Besucher froh und fast sprachlos macht. In den Zugaben wird mit Lisa, Die Verschwörung der Idioten und Du bist nicht allein noch einmal ungewöhnliche Kost geboten.

Freilich gibt es auch noch unter der Überschrift „Gute Unterhaltung“ ein Hitpaket als Medley. Gute Unterhaltung, Lola, Alles was sie will, Finden Sie Mabel, Dein ist mein ganzes Herz und Wenn du nicht wiederkommst.

Nach über zwei Stunden endet das Ereignis folgerichtig mit Schlaf gut. „Klare Verhältnisse“ in Worpswede sind etwas Unvergessliches. Es sind Fangeschenke, rockig, schnell, stark und dabei tief wie immer. Ein zweiter Teil der Tour 2007 erfolgt in veränderter Form in diesem Herbst.

Matthias von Schramm, April 2007

Sämtliche Bild- und Tondokumente dürfen ohne Genehmigung weder gesendet noch in irgend einer anderen Form publiziert oder veröffentlicht werden!

Sämtliche Fotos wurden von Annette Krüger am 26. April 2007 in Worpswede aufgenommen.

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